QNAP NAS – USB Webcam mit Motion Detection
Ein NAS bietet sich nicht nur als Datenspeicher und Medienserver an, per USB lassen sich auch Consumer-Webcams verwenden. Damit sind zeitgesteuert aufgenommene Fotos und Videos, aber auch automatische Aufnahmen per motion detection möglich. Die Anleitung basiert auf dem QNAP TS-212, sollte aber für alle QNAP Geräte gleich sein.
Nicht jede Webcam ist kompatibel, falls ein Gerät erkannt wird dann scheint es im System Log der QNAP Software auf: “System Administration” > “System Logs”.
Optware
Zuerst muss über die Paketverwaltung der QNAP Software Optware intalliert werden, ein Paketsystem mit welchem man zusätzliche Linux-Software installieren kann. Nach der Installation ist Optware über die beiden angegebenen Links erreichbar (zweiterer funktioniert natürlich nur bei aktiviertem SSL):
Motion
Über die Optware Oberfläche wird nun “motion” installiert, ein Paket zur Bewegungserkennung (motion detection). Ausserdem bietet es sich an den Texteditor “nano” auch gleich zu installieren, ebenfalls über Optware:
SSH / Putty
Falls nicht ohnehin aktiviert muss über die QNAP Oberfläche SSH aktiviert werden, unter “Network Services” und “Telnet / SSH”. Für den Zugriff verwende ich “Putty“, einen bekannten SSH Client. Es muss nur der Host Name oder die IP Adresse des NAS Gerätes angegeben werden, nach dem Login als Administrator wird die Settings-Datei von “motion” geladen:
nano /opt/etc/motion.conf
Die Datei ist sehr umfangreich aber gut kommentiert, wichtige/wesentliche Einstellungen wären zum Beispiel “framerate” (Aufnahmen pro Sekunde), “width/height” (Bildauflösung), “treshold” (Sensibilität), “qualität” (JPEG Bildqualität), “target_dir” (Zielverzeichnis), “jpeg_filename” (Dateinamen der Ausgabe). In der Ressourcenübersicht des Servers sollte man natürlich immer ein Auge auf die Prozessorlast werfen, bei einer Framerate von 2 Bildern pro Sekunde und einer Auflösung von 640×480 Pixel benötigt “motion” etwa 5-10% (QNAP TS-212). Zu bedenken ist dass es immer im Hintergrund läuft und laufend analysieren muss ob sich vor der Webcam etwas bewegt. Die QNAP “Turbo Station” 212 bietet jedoch trotzdem noch genug Leistung für die Wiedergabe von HD Videos per DLNA.
“motion” kann allerdings noch viel mehr, es ist eine Videoausgabe möglich (Parameter “ffmpeg_cap_new” und viele andere), es kann ein Streaming-Server eingerichtet werden usw. – Ich empfehle die Durchsicht der gesamten Config-Datei.
Nach der Bearbeitung wird die Datei in Nano per “STRG+O” gespeichert und per “STRG+X” geschlossen. Und hiermit wird (bei vorher per USB direkt am NAS angeschlosser Webcam) “motion” gestartet:
/opt/etc/init.d/S99motion
Wichtig: Nach einem Neustart der QNAP Station wird “motion” nicht automatisch gestartet, es gibt allerdings einen Startup Patch mit dem es möglich sein sollte. Google ist dein Freund ![]()
“motion” kann übrigens über folgende Befehle (zum Beispiel in einer Batch-Datei) gestartet und gestoppt werden:
plink.exe -ssh -load [hostname/ip] -l [username] -pw [passwort]
/opt/etc/init.d/S99motion start
plink.exe -ssh -load [hostname/ip] -l [username] -pw [passwort]
killall -9 motion
Remote Replication
Du willst die erstellten Fotos gleich per FTP auf einen Server übertragen? Kein Problem, das Zauberwort heisst “Remote Replication” und ist bereits Bestandteil der QNAP Software:
Bei Klick auf “Create a Replication Job” wird ein umfangreicher Wizard gestartet, nach den FTP-Einstellungen und einigen Basisdaten werden ein Quellverzeichnis am NAS und ein Zielverzeichnis am FTP-Server eingestellt. Zur Auswahl steht ausserdem die Möglichkeit der zeitgesteuerten Replikation (Schedule), sowie der Echtzeitreplikation (Real-time):
Die erstellten Fotos wollen natürlich auch angezeigt werden, dafür kann entweder am Remote FTP-Server ein Skript zum Auslesen/Anzeigen der Bilder erstellt werden, die QNAP Software beinhaltet allerdings auch einen Webserver (mit PHP, MySQL usw.) und kann per DDNS-Service auch direkt für die Anzeige verwendet werden. Das funktioniert sehr einfach und vor allem gratis zum Beispiel über “no-ip.com“. Nach der Anmeldung auf der Website müssen nur die Einstellungen in der QNAP Software eingegeben werden…
…und schon hat man eine (mehr oder weniger) fixe Domain für den Zugriff auf das NAS. Das funktioniert natürlich nur wenn am hauseigenen Router “Port Forwarding” aktiviert ist und der Webserver des NAS läuft…

6. September 2012 




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